Zeit für einen Jobwechsel?
Hallo zusammen! Viele denken, ein Jobwechsel beginnt mit einem dramatischen Ereignis, aber das stimmt meistens nicht. Oft fängt es mit kleinen, wiederkehrenden Dingen an: Montagsmüdigkeit,

Arbeit, die man im Halbschlaf erledigen kann, oder einem Vorgesetzten, der ständig Aufstiegschancen verspricht, aber nie den nächsten Schritt nennt. Wenn Sie sich fragen, ob es wirklich Zeit für einen Wechsel ist, warten Sie nicht auf ein einziges, eindeutiges Zeichen. Achten Sie stattdessen auf klar erkennbare Muster, denn dort liegt meist die Antwort.
Ihre berufliche Entwicklung stagniert
Eine anstrengende Woche ist normal, ein stagnierendes Jahr hingegen nicht. Wenn Sie nichts Neues mehr lernen, ist das ein deutliches Warnsignal. Stellen Sie sich vor, Sie bearbeiten seit Monaten denselben Monatsbericht, dieselbe Kundenübergabe oder dieselbe Support-Warteschlange ohne zusätzliche Verantwortung. Das kann bedeuten, dass Ihre Rolle Sie nicht mehr fordert.
Dasselbe gilt, wenn Sie nach Schulungen, einem neuen Projekt oder Aufstiegsmöglichkeiten gefragt haben und nur vage statt konkreter Antworten erhalten haben. Ein guter Arbeitsplatz bietet Ihnen in der Regel einen sichtbaren nächsten Schritt, selbst wenn er klein ist, wie z. B. die Leitung eines Meetings, die Einarbeitung eines neuen Teammitglieds oder die Verantwortung für einen Teil eines Produktlaunches.
Der Stress verfolgt Sie bis nach Hause
Stressige Phasen kommen vor, aber ständige Belastung ist etwas anderes. Wenn der Arbeitsstress immer wieder nach Feierabend, beim Abendessen, am Wochenende oder kurz vor dem Schlafengehen auftaucht, sollten Sie darauf achten. Eine verpasste Deadline kann überall passieren. Wenn Sie regelmäßig vor Ihrem wöchentlichen Einzelgespräch Kopfschmerzen haben, nachts vor Anspannung Ihre Nachrichten checken oder sich jeden Sonntagnachmittag völlig erschöpft fühlen, könnte Ihr Job Sie mehr fordern, als er Ihnen gibt.
Das gilt insbesondere, wenn der Druck ohne Unterstützung entsteht, beispielsweise durch Personalmangel im Team, immer kürzere Deadlines und eine Anpassung der Arbeitsbelastung.

Die Zahlen stimmen nicht mehr
Manchmal ist das Problem emotional bedingt, manchmal aber auch praktischer Natur. Wenn Ihr Gehalt bei gestiegener Arbeitsbelastung nahezu gleich geblieben ist, sollten Sie das genauer unter die Lupe nehmen. Dasselbe gilt für Zusatzleistungen, Arbeitszeiten, Pendelzeit und Flexibilität. Wenn Sie beispielsweise Schulungen, zusätzliche Berichte und Kundengespräche übernommen haben, Ihr Gehalt aber gleich geblieben ist, ist diese Differenz relevant. Bietet ein anderer Arbeitgeber in Ihrer Branche ein höheres Gehalt für dieselbe Position oder Homeoffice-Tage, die Ihnen wöchentlich Stunden sparen würden, könnte Ihr Verbleib im aktuellen Job Sie mehr kosten als gedacht. Hier kann ein kurzer Marktvergleich hilfreich sein. Schauen Sie sich aktuelle Stellenanzeigen für Ihre Position an und vergleichen Sie die tatsächlichen Aufgaben, nicht nur die Stellenbezeichnung.
Sie haben innerlich schon nachgelassen.
Ein schlechter Tag ist nicht weiter schlimm, Gleichgültigkeit hingegen schon. Wenn Ihnen der Erfolg Ihrer Arbeit gleichgültig geworden ist, ist das ein deutliches Warnsignal. Vielleicht haben Sie früher Ideen in Meetings eingebracht und schweigen jetzt. Vielleicht war Ihnen Kundenfeedback einst wichtig und jetzt wollen Sie die Aufgabe einfach nur noch loswerden. Diese Veränderung ist bedeutsam, denn sie bedeutet in der Regel, dass Ihre Bindung zur Arbeit nachgelassen hat. Möglicherweise bemerken Sie auch, dass Sie nicht mehr mit Freunden über Ihre Arbeit sprechen, sich nicht mehr für neue Aufgaben melden oder erleichtert sind, wenn Projekte abgesagt werden, anstatt enttäuscht. Bevor Sie kündigen, sollten Sie sich ehrlich fragen: Liegt das Problem am Job selbst, an Ihrem Team, an Ihrem Vorgesetzten oder an Ihrer aktuellen Lebensphase? Wenn beispielsweise ein Vorgesetzter das Hauptproblem ist, könnte eine interne Versetzung mehr bringen als ein endgültiger Ausstieg. Bei niedrigem Gehalt und fehlenden Aufstiegschancen wird ein interner Wechsel wahrscheinlich nicht viel ändern. Es ist ratsam, Ihre Annahmen mit Fakten zu überprüfen. Aktualisieren Sie Ihren Lebenslauf, lesen Sie einige Stellenbeschreibungen und bewerben Sie sich auf wenige Stellen. Die Reaktionen darauf geben Ihnen Aufschluss über Ihren Marktwert und Ihre Möglichkeiten.
Eine Kündigung sollte keine überstürzte Reaktion auf einen frustrierenden Tag sein. Sie sollte vielmehr auf wiederkehrenden Anzeichen basieren, die Sie klar beschreiben können, wie beispielsweise stagnierende Entwicklung, anhaltender Stress, unzureichende Bezahlung oder völlige Demotivation. Treten mehrere dieser Anzeichen gleichzeitig auf, ignorieren Sie sie nicht, nur weil Ihnen Ihre aktuelle Position vertraut erscheint. Wenn Ihr Job also mehr von Ihnen verlangt, Ihnen aber weniger bietet, vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl und überlegen Sie ernsthaft, wie es weitergehen soll.
